Training für den Ernstfall: Simulierter Ebola-Verdachtsfall

Hochgradig ansteckende und lebensbedrohliche Erkrankungen, wie etwa Infektionen mit dem Ebola-Virus, treten zwar selten auf, erfordern im Ernstfall jedoch äußerste Aufmerksamkeit und Fachkompetenz.

Jeder Verdacht auf einen Fall mit hohem Infektionsrisiko stellt einen interdisziplinären Notfall dar und verlangt eine präzise abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Rettungskräften, Blaulichtorganisationen, Behörden, Transportunternehmen und allen beteiligten Personen.

Um die Abläufe bei einem solchen Hochinfektionsfall zu trainieren, fand kürzlich ein Notarztrefresher-Kurs in Kooperation mit „MED ON BOARD - Special Infection“ am Campus der Med Uni Graz statt.

Den Teilnehmer*innen wurde dabei einiges abverlangt - arbeiten in diversen Schutzausrüstungen, verschiedene Dekontaminationsverfahren oder Transport und Übergabe von infektiösen Patienten – die Übung unter den geschulten Augen der Trainer*innen deckte ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Wissen ab, um die Qualifikationen der Mitwirkenden aufzufrischen und zu erweitern. 

Die Medizinische Universität Graz bot für diese spezielle Form des multiprofessionellen Trainings ideale Trainingsbedingungen. Die beteiligten Personen, größtenteils Notärzt*innen und Sanitäter*innen, mussten aktiv mehrere im Clinical Skills Center simulierte medizinische Notfälle im Zusammenhang mit einer potentiellen hochinfektösen Krankheit versorgen und sich innerhalb der Teams selbstständig organisieren.

Die Teilnehmer*innen des Kurses konnten ebenso spezielle Einblicke in das Hochsicherheitslabor des Diagnostik- & Forschungsinstitut für Pathologie sowie ein Basiswissen über die notwendigen Sicherheitsmechanismen eines solchen Biosafety-Environments gewinnen.

Für zwei hochprofessionelle Einsatzteams, dem Hochinfektions-Transportteam des Roten Kreuzes Steiermark sowie der Sonderinfektions- und Unterstützungseinheit Niederösterreich, boten sich im Rahmen der praktischen Übungen die ideale Gelegenheit, mit dem verschiedenen Equipment zu trainieren und die technischen Abläufe zu optimieren. Dabei wurden sie auch optimal in die medizinische Versorgung miteingebunden. Das gesamte Szenario hat gezeigt, wie wichtig ein laufendes Training ist um im Ernstfall ein gutes Zusammenspiel und die bestmögliche Patientenversorgung gewährleisten zu können.

In der Abschlussübung wurde die komplette Einsatzkette, vom Verdachtsfall und Diagnosestellung über Isolation, Dekontamination, hin zum Transport bis zur intensivmedizinischen Behandlung in einer mobilen Isolationseinheit, lückenlos durchgespielt.

Verschiedene Bedarfsträger welche das Training mitevaluierten, darunter die Berufsfeuerwehr Graz, zeigten sich beeindruckt von der durchwegs gelungenen Übung.

An der Med Uni Graz finden regelmäßig „MED ON BOARD – Clinical Skills Notfall-Trainings“ statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://med-on-board.com/pages/termine-und-buchung.